Land Hessen ehrt Franz Hirt mit der Sportplakette

Franz Hirt vom Fechtclub Kassel wurde mit der Sportplakette des Landes Hessens ausgezeichnet. Innen- und Sportminister Peter Beuth verlieh die Ehrung am Freitagnachmittag in der Frankfurter Festhalle. Das Land Hessen würdigt mit der Sportplakette das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement von Franz Hirt im Fechtsport. Hirt war von 1984 bis 2015 in den verschiedensten Ehrenämtern im Fechtsport in Kassel, in Hessen und auf Bundesebene engagiert. Hinzu kommen sportliche Erfolge bei Deutschen Meisterschaften sowie Europa- und Weltmeisterschaften im Seniorenfechten. Die Sportplakette des Landes Hessen ist die höchste hessische Auszeichnung für Spitzensportler und ehrenamtlich Engagierte im Sport. Die Verleihung der Sportplakette bildet jeweils den Höhepunkt des ausklingenden Sportjahres in Hessen.

Franz HirtDie Sportplaketten wurden am Freitagnachmittag in der Frankfurter Festhalle verliehen. Dort fand das Internationale Festhallen Reitturnier statt und bildete den sportlich-festlichen Rahmen für die Ehrung der hessischen Sportler. Gast bei der Sportplaketten-Verleihung war auch die ehemalige Dressurreiterin Ann Kathrin Linsenhoff, die 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul mit der deutschen Dressur-Equipe Olympiasiegerin wurde. Im Anschluss an die Verleihung der Sportplakette waren die Geehrten zum Empfang des Landes Hessens für das konsularische Corps Frankfurt in der Festhalle eingeladen.

Franz Hirt hat seinen fechterischen Werdegang in Kassel zunächst bei der ACT begonnen und dann seit Januar 1976 in der Fechtabteilung des KSV Hessen Kassel fortgesetzt. Schon bald hat er es nicht bei den sportlichen Aktivitäten belassen, sondern sich auch für die Vereinsarbeit engagiert. Das führte dazu, dass er von 1984 bis 1992 als Vorsitzender die Fechtabteilung führte. Dieser Zeitraum kann als eine überaus erfolgreiche Periode für den Fechtsport in Kassel betrachtet werden. Die Abteilung wuchs auf deutlich über 100 Mitglieder an. Zahlreiche überregionale Fechtturniere konnten in Kassel organisiert werden, so das „Heinz Lengemann Turnier“, das deutschlandweit bekannte „Herkules Turnier“ für Jugendliche und die Hessischen Senioren-Meisterschaften in den Waffengattungen Degen, Säbel und Florett. Bei diesem über viele Jahre von Franz Hirt organisierten Turnier starten jedes Jahr mehr als 200 Fechterinnen und Fechter aus ganz Deutschland, da das Turnier in Kassel als Qualifikationsturnier für die Seniorenweltmeisterschaften gilt.

Die Auflösung des Dachvereins KSV Hessen Kassel und damit auch seiner Fechtabteilung führte zu einem jähen Ende der erfolgreichen Arbeit. Doch gerade in dieser überaus kritischen Situation konnte Franz Hirt sein Engagement für den Erhalt des Fechtsports in Kassel unter Beweis stellen. Als eines der tragenden Gründungsmitglieder hat er mit einigen Mitstreitern den Fechtclub Kassel e.V. am 5. Oktober 1993 ins Leben gerufen. Auch in dieser neuen Vereinskonstellation hat er sich wieder in die Vereinsarbeit eingebracht: 1994 bis 2002 als Kassenwart, 1998 bis 2000 als Schriftführer und von 2003 bis 2013 als Vizepräsident. Von 2013 bis 2015 war Hirt als Beauftragter für Seniorenfechten – diese Position war damals einmalig in deutschen Fechtsportvereinen - im Vorstand des Fechtclub Kassel engagiert.

Aber das Engagement von Hirt für den Fechtsport ging noch weit über seine lokale Vereinstätigkeit hinaus. Von 1992 bis 1994 war er der Pressewart des Hessischen Fechterverbandes (HFV). Von 1994 bis 1998 hatte er das Amt des Seniorenbeauftragten des HFV inne und von 1994 bis 1999 war er Beisitzer im HFV für den Bezirk Nordhessen. Von 1999 bis 2007 war er der Seniorensprecher im Deutschen Fechterbund. Sein Tätigkeitsfeld dort war die Repräsentation und Organisation des deutschen Seniorenfechtsports im In- und Ausland.

Getragen wird dieser umfangreiche Einsatz von einer großen Begeisterung für den Fechtsport. Mit seiner Fähigkeit, diese insbesondere den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, bringt Franz Hirt ein unschätzbares Kapital in die Vereins- und Trainingsarbeit des Fechtclub Kassel (FCK) ein. Bis vor drei Jahren hat der heute 80-Jährige das Training der FCK-Bambini-Gruppe geleitet. Und auch aktuell springt er noch als Trainer für die jüngsten Fechter ein, wenn Not am Mann ist.

Unterstützt wird seine Arbeit durch fechterische Erfolge, wie unter anderem der Weltmeister-, Europa- und Deutscher Meister-Titel im Jahre 1999 und durch weitere zahlreiche vordere Plätze auf nationalen und internationalen Fechtturnieren: Europameister 1999 und 2007, mehrfach Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften, ebenso zweimaliger deutscher Seniorenmeister im Florett und mehrfach Medaillengewinner, auch im Degen und Säbel. Zudem war Hirt mehrmals Mitglied der deutschen Seniorenmannschaft im Florett bei den Europameisterschaften und errang mehrere Medaillen. Franz Hirt gehört zu den erfolgreichsten Senioren-Fechtern in Deutschland.

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